Digitaler Messestand – Varianten, Funktionen und Einsatzmöglichkeiten

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Digitaler Messestand – Varianten, Funktionen und Einsatzmöglichkeiten

Messen sind ein Saisongeschäft. Üblicherweise endet die Messesaison im Frühsommer und geht im Herbst wieder los. Eine Situation wie jetzt zu Zeiten des Covid-19 Virus, in der keinerlei Veranstaltungen für eine voraussichtlich lange Zeit mehr stattfinden, hat es zuvor noch nie gegeben. Die Aussteller stehen damit vor einem großen Problem. Mit dem Wegfall der Messen geht ihnen eine wichtige Quelle für die Leadgenerierung verloren. Lösungen müssen her. Wie in anderen Bereichen macht die Digitalisierung auch vor dem Messewesen nicht halt. Technische Lösungen für virtuelle Messen oder digitale Messestände sprießen förmlich aus dem Boden.

In diesem Artikel wollen wir versuchen, einige Fragen dazu zu klären.

Was ist ein digitaler Messestand?

Es gibt mehrere Begrifflichkeiten und Definitionen, z.B. digital twin bzw. digitaler Zwilling oder virtueller Messestand. Dabei handelt es sich um eine realitätsgetreue 3D Darstellung Ihres Messestandes anhand von CAD Daten. Einige Anbieter verwenden 360° Aufnahmen des echten Messestandes.

Der digitale Messestand wird auf Ihrer oder einer externen Webseite eingebunden. Die Besucher erkunden ihn einfach im Browser.

Wie funktioniert ein digitaler Messestand?

Bei der Recherche zu diesem Artikel ist uns aufgefallen, dass es bei der Gestaltung des digitalen Messestandes je nach Anbieter verschiedene Herangehensweisen geben kann. Wir haben eine Unterteilung in zwei Varianten unternommen.

Variante: Virtueller "Spaziergang" in 3D mit Produktinformationen

Üblicherweise handelt es sich hier um eine 360° Ansicht des Messestandes. Sie wird entweder aus 360° Aufnahmen Ihres echten Messestandes erstellt oder aus CAD Daten des Messestandes. Fragen Sie bei Ihrem Messebauer nach, ob er Ihnen die CAD Daten zur Verfügung stellt.

virtueller messestand krones

Beispiel für einen virtuellen Messestand, gefunden auf der Webseite der Firma Krones: https://www.krones.com/ext/interpack/virtual-booth/

Navigation durch den Messestand

Der Besucher kann sich mit den Pfeiltasten oder der Maus durch den Messestand navigieren und ihn quasi bei einem virtuellen Spaziergang erkunden. An einigen Stellen gibt es verschiedene anklickbare Infopunkte. Hinter denen sind Informationen wie z.B. Broschüren, Produktvideos, Bilder und Texte hinterlegt, die sich beim Anklicken öffnen.

Kommunikationsmöglichkeiten

Die Kommunikation mit Ihrem „Standpersonal“ kann z.B. per eingebundenem Chat-Tool erfolgen. Weitere Möglichkeiten sind kontaktaufnahmen per E-Mail, Telefon, Video-Chats oder Anfrageformulare.

Leadgenerierung

Die Möglichkeiten der aktiven Leadgenerierung sind bei dieser Variante eher eingeschränkt. Der Messestand ist auf Ihrer Webseite eingebunden und für jeden zugänglich. Ganz ohne Registrierung. Sie erhalten somit vorab keine Kontaktdaten von den Besuchern. Diese müssen von sich aus Kontakt zu Ihnen aufnehmen, wenn die Informationen für sie interessant erscheinen.

Einsatzmöglichkeiten

Ist Ihr Messeziel vorrangig die Stammkundenpflege und weniger die Neukundengewinnung, sind Sie mit dieser Variante gut beraten. Terminieren Sie Ihren digitalen Messeauftritt auf ein bestimmtes Datum und versenden Sie Einladungen mit dem Link zur Messestand Webseite an Ihre Kunden.

Wird ein Chat-Tool in der Anwendung integriert, kann Ihr Vertrieb Fragen live beantworten und die Kunden beraten.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit für diese Variante ist die digitale Verlängerung Ihres realen Messeauftritts. Im Nachgang zur Messe können Sie all jenen, die bei der Live Messe nicht vor Ort waren, die relevanten Informationen zugänglich machen.

Variante: Komplettlösung von der Einladung bis zum Live-Stream

Bei dieser Variante wird der digitale Messestand inhaltlich und designtechnisch komplett individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnitten. Auch hier kommen CAD Daten zum Einsatz, um eine fotorealistische Darstellung zu erhalten. Die Einbindung erfolgt auf einer Ihrer Webseite. Inhalte zu Produkten und Services (Text, Videos, Bilder) werden hinterlegt. Dokumente stehen zum Download bereit. Der digitale Messeauftritt kann entweder auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt oder von Ihnen 365 Tage im Jahr genutzt werden.

Hier sehen Sie ein Beispiel von unserem digitalen Messestand: Digitaler Clip Messestand

Digitaler Messestand von Clip

Fokus auf Live-Interaktion

Bei dieser Variante kann ein Besucher den Messestand nicht virtuell erkunden. Der Fokus liegt vielmehr auf der Live-Kommunikation zwischen Besuchern und Ihrem „Standpersonal“. Live- Chats, Video-Chats (mit vorheriger Terminvereinbarung) und Live Streaming Events (optional) sorgen für eine Interaktion, die einem realen Messebesuch fast in nichts nachsteht.

Zutritt nur mit vorheriger Registrierung

Der Zugang zur Messestand Webseite ist nur mit vorheriger Registrierung auf einer Landingpage möglich. Den Link zur Registrierungsseite können Sie als Einladung per E-Mail an Kunden versenden, sowie über Social Media und auf Ihrer Webseite kommunizieren.  

Automatisierte, DSGVO-konforme E-Mails

Nach der Registrierung und der Erteilung des DOI (Doppeltes Opt In) erhalten die Besucher automatisch eine E-Mail, in der das konkrete Produktinteresse in einem Formular abgefragt wird. Des Weiteren erhalten sie regelmäßig automatisierte E-Mails. Zum Beispiel zum Messestart, mit der Ankündigung eines Live Streams sowie zum Start des Streams inklusive Link. Zum Versenden der E-Mails wird eine Marketing Automation Software, z.B. die Basis-Version von Hubspot, verwendet.

Leadgenerierung

Während des gesamten Messeevents wird das Verhalten der Besucher getrackt. Sie erhalten Einblick, welche Inhalte von welchem Besucher wie oft angeklickt worden sind. So können Sie den Erfolg Ihres Messeevents beurteilen und qualifizierte Leads zur Weiterbearbeitung an Ihren Vertrieb übergeben.

Vorlaufzeiten

Je nach Aufwand des Projektes beträgt der Bearbeitungszeitraum 3 – 5 Wochen.

Wie können Sie einen digitalen Messestand nutzen?

Digitale Erweiterung Ihres Live Messeauftritts

Eine reale Messe dauert durchschnittlich 3 – 5 Tage. Vorab haben Sie bereits sehr viel Zeit und Arbeit investiert, um den Messeauftritt zu einem Erfolg zu machen. Nicht alle Kunden und Interessenten, die angekündigt waren, haben es eventuell zur Messe geschafft. Mit einem digitalen Messestand können Sie Ihren Messeauftritt über die eigentliche Messe hinaus erweitern. Machen Sie Ihren Besuchern und denjenigen, die nicht vor Ort waren, alle wichtigen Informationen nach der Messe zugänglich. Ganz unabhängig von Zeit und Raum. Nutzen Sie den digitalen Messestand, um vor Ihrer Live Messe Messe Highlights oder Produktneuheiten „anzuteasern“. Sie können den digitalen Messestand 365 Tage im Jahr für Kundenbindung und Leadgenerierung nutzen, wenn Sie die Inhalte immer wieder aktualisieren.

Leadgenerierung durch Erhöhung der Reichweite

Aufgrund der digitalen Erweiterung Ihres Live Messeauftritts steigt Ihre Reichweite. Denn Sie erreichen über das Internet auch Teilnehmer, denen es aus Zeit- oder Kostengründen zu aufwendig gewesen wäre, zur Messe zu fahren. Voraussetzung ist, dass Sie vorab ausreichend die Werbetrommel gerührt und Ihren digitalen Messeauftritt beworben haben. Wenn niemand etwas davon erfährt, wird auch keiner kommen.

Hybrides Event zur Kundenbindung

Kombinieren Sie den Live Messeauftritt mit Ihrem digitalen Messestand zu einem hybriden Event. Laden Sie Kunden, die nicht zur Messe kommen können, auf Ihren digitalen Messestand ein, der zeitgleich online stattfindet. Per Live-Stream, Video- und Live-Chat können so die Kunden trotzdem mitverfolgen, was bei Ihnen am Messestand passiert.

Welche Fehler sollten Sie bei digitalen Messeauftritten vermeiden?

Zu wenig Werbung vorab

Die Erstellung des digitalen Messestandes ist eine Sache. Aber Sie müssen dafür sorgen, dass genügend Menschen davon erfahren und ihn besuchen. Das Besucher-Marketing, das bei Live Messen vom Veranstalter übernommen wird, müssen Sie allein stemmen.

Nutzen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle, um potentielle Besucher vor Messebeginn auf Ihren digitalen Messestand aufmerksam zu machen.

Versenden Sie Einladungen per E-Mail an bestehende Kunden und Newsletter-Abonnenten. Posten Sie den Termin mehrfach auf Ihren Social Media Kanälen mit einem Link zur Landingpage. Verweisen Sie auf Ihrer Webseite darauf.

Zur Ansprache neuer Zielgruppen empfiehlt sich die Schaltung von Anzeigen, z.B. Google Ads oder Social Media Ads. Insbesondere für B2B-Unternehmen kann die Schaltung von LinkedIn-Anzeigen aufgrund der sehr guten Targeting-Möglichkeiten lohnenswert sein. Mit der Lead-Formular Ad können Leads direkt über LinkedIn generiert werden.

Fehlendes Konzept

Wie bei einem analogen Messestand gilt auch beim digitalen: Was ist Ihr Messeziel? Was möchten Sie erreichen? Überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Konzept technisch am besten umsetzen können. Es muss nicht immer ein aufwendiger Live-Stream sein. Aber auf Live-Interaktionen mit den Besuchern, per Chat oder Video, sollten Sie nicht verzichten.

Fehlender Content

Erstellen Sie hochwertigen Content. Behalten Sie dabei den Nutzen für Ihre Besucher im Blick. Ein in 3D abgebildeter Messestand, bei dem lediglich Ihr neuester Produktkatalog und ein Video hinterlegt sind, ist noch kein spannendes Erlebnis für den Besucher. Erstellen Sie sog. Lead-Magneten: Zum Beispiel ein spannendes Live-Webinar, exklusiv nur für Besucher Ihres digitalen Messestands. Oder ein Whitepaper, das dort erstmals zum Download angeboten wird.

Fehlende Vorbereitung Ihres Vertriebsteams

Die Beratung an einem realen Messestand unterscheidet sich deutlich von der per Live- und Video-Chat. Klären Sie am besten im Vorhinein mit Ihrem Vertrieb ab, ob er mit einem Video-Chat einverstanden ist. Nicht jede/r wird sich damit wohlfühlen und das ggf. ausstrahlen, wenn er/sie dazu „gezwungen“ wird. Investieren Sie in eine Schulung des Vertriebsteams, in der es darauf vorbereitet wird, verschiedene Chat-Szenarien zu meistern.

Verdrängt die Digitalisierung in Zukunft reale Messen?

Die Digitalisierung verdrängt reale Messen nicht, aber sie verändert sie. Sowohl auf Veranstalter- als auch Ausstellerseite. Analoge Welten verschmelzen mit digitalen. Veranstalter nutzen Social Media Kanäle, Blogs, mobile Apps statt dicker Messekataloge oder bieten elektronisches Match-Making vor dem eigentlichen Event an. Auf der Ausstellerseite hat sich die Ansprache der potentiellen Kunden geändert. Der Trend geht hin zu mehr Event, weg von der reinen Produktpräsentation. Virtual und Augmented Reality sind da nur einige der Tools, die das Erlebnis immersiver und damit intensiver gestalten.

Digitale Messeformate werden auch nach der Coronakrise relevant sein. Als hybrides Event in Kombination mit dem realen Messeauftritt helfen sie Ausstellern, eine deutlich größere Zielgruppe zu erreichen. Und das nicht nur während des Messeauftritts, sondern auch davor und danach. Reale Messen werden immer ihre Daseinsberechtigung haben. Sie sind ein Erlebnis mit allen Sinnen, das digitale Events nicht 1:1 ersetzen können. Aber digitale Events werden zunehmend an Bedeutung gewinnen und bleiben. Die Weichen dafür wurden jetzt dafür gestellt.


Whitepaper Digitaler Messestand von Clip

FACTSHEET DIGITALER MESSESTAND VON CLIP

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